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Feuerwerk fotografieren

Die Ausrüstung

Die Kamera

Für gute Feuerwerksfotos sollte bei deiner Kamera die Möglichkeit bestehen, Blende, Verschlusszeit, den ISO-Wert sowie den Fokus manuell einstellen zu können. Mit diesen Voraussetzungen kannst du auf die jeweiligen Situationen die passenden Parameter anpassen.
Sollte deine Kamera (digitale Spiegelreflexkamera oder Systemkamera) keine manuellen Einstellungen für Verschlusszeit oder Blende zulassen, kann es zum Beispiel vorkommen, dass die Kamera das Bild bei jedem Foto neu fokussieren möchte und das Auslösen so unnötig verzögert wird. Oder die Kamera belichtet viel zu kurz und du bekommst nicht die volle Schönheit des Feuerwerkes aufs Foto. Daher sind manuelle Einstellungsmöglichkeiten beim Fotografieren von Feuerwerken sehr wichtig.

Das Objektiv

Die Wahl des richtigen Objektivs ist wichtig, da es dafür sorgt, das genügend Licht eingefangen wird und somit auf den Sensor gelangt. Beim Fotografieren von Feuerwerken wird ein größerer Weitwinkel benötigt und daher empfiehlt sich ein Weitwinkelobjektiv. Optisch gibt das gesamte Feuerwerk mehr her, als nur ein Auszug davon. Für das Fotografieren von Feuerwerken eignen sich beispielsweise Standardobjektive von 16-24 mm Brennweite sehr gut. Je nach Entfernung zum Feuerwerk sind unterschiedliche Brennweiten notwendig. Es ist schwer die endgültige Effekthöhe eines Feuerwerks vorher abzuschätzen. Wenn man Pech hat, steht man viel zu nah dran und bekommt somit nicht alles aufs Foto. Daher gehst du mit einem Weitwinkelobjektiv auf jeden Fall auf Nummer sicher.

Das Stativ

Du solltest davon ausgehen, beim Fotografieren von Feuerwerken, wenig Licht und lange Belichtungszeiten zu haben. Aus diesem Grund ist ein Stativ unabdingbar, da zudem jeder Wackler sofort auf dem Foto sichtbar wird. Die meisten geeigneten Fotostandpunkte liegen auf freiem Gelände, sollte hier ein besonders stabiles Stativ benutzt werden. Achte bei dem Stativ darauf, das es nicht zu leicht ist. Gerade bei Wind sollte das Stativ etwas wiegen und sicher stehen. Daher eignen sich Stativ aus Metall besonders gut. Sie wiegen zwar mehr als die günstigeren Stative aus Plastik, geben dem Wind aber etwas mehr Widerstand.

Der Stativkopf

Empfehlenswert ist auch noch die Verwendung eines Kugelkopfes oder Getriebeneigers, der auf dem Stativ befestigt wird. Mit diesem kannst du die Kamera schnell und sicher innerhalb kürzester Zeit in jede beliebige Position bringen und exakt gerade ausrichten. Der Vorteil an so einem Getriebeneiger ist der, dass die Kamera quasi immer fest fixiert ist und durch Drehen der Stellschrauben bewegt wird. Ein separates Feststellen ist somit nicht mehr notwendig. Es reicht auch ein normales Stativ, das größtenteils auch eine exakte Ausrichtung der Kamera mithilfe eines einfachen 3-Wege-Kopfes ermöglicht. Oft ist dies aber etwas mühsamer als mit einem Kugelkopf.

Der Fernauslöser

Ein Fernauslöser zum Auslösen der Kamera ist ein wichtiges Hilfsmittel um Verwacklungen zu vermeiden. Es kommt oft schon beim Drücken des Auslösers zu kleineren Bewegungen der Kamera, welche am Ende für unscharfe Bilder sorgen. Fernauslöser gibt es als Zubehör für viele Spiegelreflexkameras.

Die richtigen Einstellungen

Beim Fotografieren von Feuerwerken kommt es zum größten Teil auf die richtigen Einstellungen an. Dazu gehört, damit die Effekte gut zur Geltung kommen, die Belichtungszeit zu verlängern. Schnell werden die Fotos dabei aber überstrahlt. Die Stärke des Lichteinfalls auf den Sensor über eine längere Zeit kannst du mithilfe der Blende regulieren. In den folgenden Punkten gehen wir auf die Einstellungen ein.

ISO-Wert

Als Grundlage muss, man wissen, dass der ISO-Wert die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors beschreibt. Durch die dunkle Umgebung und die vergleichsweise lange Belichtung beim Fotografieren von Feuerwerken ist ein niedriger ISO Wert zwingend erforderlich. Dies führt dazu das Bildrauschen auf dem Bild reduzieren. Parallel wird dadurch die Belichtungszeit erhöht. Dadurch steigt der Dynamikbereich deiner Kamera mit sinkendem ISO Wert. Da du ein Feuerwerk in der Regel aber länger belichtest, um die volle Entfaltung der Effekte abzulichten, kannst du ruhig den möglichst niedrigsten ISO-Wert einstellen. Dieser liegt in der Regel bei den meisten Kameras zwischen ISO 50 und ISO 200. Bei meinen Versuchen habe ich den ISO-Wert auf 200 gehabt und die Bilder waren hervorragend. Versuch trotzdem immer mit dem niedrigsten ISO-Wert zu fotografieren. So steigerst du die Dynamik deines Bildes und reduzierst störendes Bildrauschen.

Die Blende

Der nächste Punkt ist die Wahl der richtigen Blende, diese spielt beim Fotografieren von Feuerwerken eine sehr große Rolle. Je nach Farbe der Explosion ändert sich der optimale Blendenwert. Da man nie weis, welche Farbe das Feuerwerk haben wird, ist es schwierig die Blende immer an die jeweiligen Effekte anzupassen. Daher empfehle ich für das gesamte Feuerwerk in der Regel einen Wert von f13.00. Es empfiehlt sich, die Blende eher geschlossen zu halten, um die Schärfentiefe zu erhöhen und falls es die Explosionen am Himmel erlauben, lieber etwas länger zu belichten. Am besten prüfst du in regelmäßigen Abständen, ob deine Fotos ausreichend belichtet sind. Wenn die Effekte auf dem Bild schön aussehen, ist die Belichtungszeit korrekt. Fallen die Fotos zu dunkel aus, kannst du die Blende mit einem Wert von beispielsweise f8.00 weiter öffnen. So gelangt bei gleicher Belichtungszeit mehr Licht auf den Sensor.
Bei meinen Fotos hat sich gezeigt das ein Blendenwert von f13.00 die verschiedenen Farben der einzelnen Effekte am besten festhalten. Sollten doch einige Effekte zu hell oder zu dunkel sein, lassen diese sich am Ende mittels Bildbearbeitung gut korrigieren. Ist das Bild überbelichtet, sind dort keine Informationen mehr vorhanden. Das lässt sich auch mit der Bildbearbeitung nicht mehr retten.

Gold: f5.6-f8.00
Eine goldene Bombe ist eines der dunkelsten Explosionen die es bei einem Feuerwerk geben kann. Durch die goldene Farbe heben sich die Fragmente kaum vom Himmel ab. Selbst durch längere Belichtung gelingt es nur selten eine solche Bombe ordentlich auf ein Bild zu bekommen.

Blau: f8.00 – f11.00
Das blaue Licht eines Feuerwerkes ist vergleichsweise „dunkel“. Hier sollte die Blende stärker geöffnet werden, um mehr Licht auf den Sensor treffen zu lassen. In der Regel werden Feuerwerke mit einer Verschlusszeit von 1-4 Sekunden aufgenommen. Die geöffnete Blende sorgt dafür, dass sich das Blau gut im Bild hervorhebt.

Rot: f10.00 – f13.00
Rote Effekte am Nachthimmel sind das Optimum. Diese haben die richtige Helligkeit und wirken auf dem Bild nicht zu hell oder zu dunkel. Ein Feuerwerk aus nur roten Raketen ist allerdings ein bisschen langweilig, von daher heißt es, einen Kompromiss eingehen und auf etwas Glück hoffen.

Grün: f11.00 – f16.00
Grüne Effekte erzeugen ein recht helles Licht, welches schnell für Überstrahlungen auf dem Bild sorgen kann. Um dies zur vermeiden, kannst du die Blende noch weiter schließen und bekommst so kontrastreiche und scharfe Effekte.

Silber f16.00 – f22.00
Silberne Bomben wirken am Nachthimmel sehr hell und werden nur von hellen Leuchtraketen übertroffen. Aus diesem Grund sollte die Blende weit geschlossen sein damit es bei einer Belichtungszeit von 1-4 Sekunden zu keinen Überstrahlungen kommt.

Verschlusszeit

Im Bereich der Feuerwerksfotografie gibt es keine empfohlenen Werte für die Verschlusszeit, denn der Zufall spielt hier eine sehr große Rolle. Da auch die Belichtungszeit keinen festen Regeln unterliegt, schalte diese am besten auf den Modus „Bulb“. Dadurch kannst du umso besser auf die jeweilige Situation reagieren. Sobald du den Knopf deines Fernauslösers drückst, beginnt die Belichtung und hält so lange an, wie du diesen hältst. Lässt du den Knopf los, dann endet die Belichtung.
Die Bulbfunktion ist ein manueller Modus und wird meistens mit dem Buchstaben „B“ gekennzeichnet. Er dient dazu die Belichtungszeit über den Zeitraum von 30 Sekunden hinweg zu erhöhen. Bei einigen Kameraherstellern ist unter den Bildmodi kein Extra Modus „B“ vergeben. Hier kannst du die Belichtungszeit im Modus „M“ so lange erhöhen bis du über die maximale einstellbare Belichtung von 30 Sekunden hinaus zum Modus „Bulb“ gelangst.
Achte allerdings darauf nicht zu lange zu belichten, da gerade die Feuerwerkseffekte sehr schnell überstrahlen.
Beginne mit der Belichtung, wenn die Rakete oder Bombe gerade abgeschossen wird und belichte dann einige Explosionen. Je nach Feuerwerk sind dies verschieden viele Effekte. Bei einem großen Feuerwerk kann es schon mal vorkommen, das bis zu 5 Bomben gleichzeitig explodieren und der Himmel regelrecht brennt. Auch dicht nacheinander folgende Raketen lassen sich schwer perfekt auf das Bild bannen. In solchen Fällen solltest du eher kurz belichten oder die Blende weiter schließen.
Als Richtwert kannst du bei der Belichtung eine Zeit zwischen 4 und 8 Sekunden ausprobieren. Im Laufe des Feuerwerks merkst du von selbst, welche Zeit die beste ist. Eine Vielzahl von Bildern werden dir nicht gelingen. Wenn du bei einem 15 minütigen Feuerwerk, am Ende 5 bis 10 gute Fotos im Kasten hast, kannst du schon zufrieden mit deiner Ausbeute sein. Eine pausenlose Bilderreihe mit einer Belichtungszeit von 4-8 Sekunden zu erstellen, hilft da schon sehr. Entscheide spontan wie lange du belichtest und zähle im Kopf die Sekunden grob mit. Siehst du viele Explosionen oder ist das Feuerwerk sehr hell, so belichte kürzer. Explodieren wenige oder eher dunkle Raketen, so kannst du länger belichten. Viele Feuerwerke besitzen ruhige Phasen wo teilweise nur Bodeneffekte gezündet werden. In dieser Zeit hast du die Möglichkeit, deine Bilder schnell durchzuschauen um eventuelle Änderungen in den Einstellungen vorzunehmen.
Apropos Bodeneffekte. Diese solltest du maximal 1 oder 2 Sekunden belichten. Sie sind oft sehr hell und fein gefächert. Eine zu lange Belichtung lässt die Bodeneffekte dann sehr schnell überstrahlen.

Autofokus

Der Autofokus macht gerne den Anschein etwas scharf zu stellen. Auf dem Bildschirm der Kamera sieht es sogar scharf aus, dabei  ist es das gar nicht. Am sichersten ist es, um Fokusprobleme zu vermeiden, diesen manuell einzustellen.

Manueller Fokus

Versuche nun zuerst, mithilfe des Autofokus den gewählten Bereich scharf zu stellen. Gelingt dir das, schalte anschließen den Autofokus ab und wechsle auf den manuellen Fokus. Dies solltest du tun, damit der Autofokus beim erneuten Drücken des Auslösers nicht erneut fokussieren möchte, denn du hast die optimale Schärfe ja schon eingestellt. Sollte der Autofokus aber keinen Schärfepunkt finden, dann musst du wohl oder übel manuell fokussieren. Die einfachste Möglichkeit ist es, den Fokus über den LiveView-Modus deiner Kamera einzustellen. Er zeigt das Foto, das du im Sucher siehst, auf dem Kameradisplay an. Mithilfe einer digitalen Lupe kannst du das Bild auf dem Display vergrößern. Suche dir auf dem Bild eine Stelle, an der du die Schärfe gut beurteilen kannst. Am besten stellst du einen Punkt scharf, der sich in etwas in derselben Entfernung befindet, wie der Abbrennplatz des Feuerwerkes. Vielleicht gelingt es dir sogar, den Abbrennplatz direkt scharf zustellen. Wenn du keine Anhaltspunkte in deinem Motiv finden kannst, um die Schärfe korrekt einzustellen, hilft es auch, die Schärfe auf unendlich zu drehen. Da der richtige Schärfepunkt bei den meisten Objektiven aber etwas vor unendlich liegt, solltest du den Schärfering einfach 2–3 mm zurückdrehen.

Die Brennweite

Ein Feuerwerk ist in der Regel sehr groß, weshalb eine kleinere Brennweite Vorteilhaft ist. Sollte der Bildausschnitt nicht ganz richtig gewesen sein, besteht die Möglichkeit, diesen später am Rechner noch zuschneiden zu können. Wichtig ist nur, dass die Schärfe des Bildes gut ist um so einen 100% Ausschnitt als eigenständiges neues Bild zu nutzen. Ein mit Absicht zu groß gewählter Ausschnitt kann jedoch auch sehr interessant sein, so sind für den Betrachter feinste Details im Feuerwerk erkennbar. Mit einer Brennweite von 14-24mm gehst du auf jeden Fall auf Nummer sicher. Damit bekommst du das gesamte Feuerwerk auf das Foto.
Die Brennweite sollte möglichst klein sein. So bekommst du die gesamte Größe des Feuerwerks auf dein Foto. Befindest du dich allerdings weiter entfernt, kann ein Zoomobjektiv Abhilfe schaffen. Unterschätze aber niemals die tatsächliche Aufstiegshöhe eines Feuerwerkes.

Der Standpunkt

Es gibt nichts störenderes als Feuerwerksbilder auf denen irgendwelche Leute im Bild herum laufen. Aus diesem Grund solltest du einen erhöhten Standpunkt aufsuchen. Durch die Größe des Feuerwerkes brauchst du nicht direkt vor Ort sein, auch größere Entfernungen können oft sehr reizvoll sein. Achte hier dann aber auf ausreichend Zoom um das Feuerwerk so nahe wie möglich ranzuholen.
Erlaubt es dein Standort das Feuerwerk mit der Umgebung verschmelzen zu lassen, versuche einige Bildteile mit in dein Motiv einzubauen. Nah liegende Gebäude oder eine Brücke sorgen für mehr Details auf dem Foto und verdeutlichen gut die enorme Größe eines Feuerwerkes. Du solltest weiterhin aufpassen, dass keine anderen Leute deine Kamera bzw. das Stativ anrempeln können und so das ganze Bild ruinieren. Ein ruhiger Platz bietet dir genug Fläche die Fotos zu schießen und trotzdem das Feuerwerk zu genießen.
Achte bei deinem Fotostandpunkt auch auf den Wind. Dieser sollte so stehen, dass er den Rauch schnell aus dem Bild weht. Denn wenn der Rauch genau in deine Richtung gezogen kommt, kann dieser schnell den Blick auf das Feuerwerk verdecken.

Die Umgebung

Im Bereich der Feuerwerksfotografie spielt die Umgebung nur eine Nebenrolle. Trotzdem solltest du versuchen einige Gebäude oder Bauwerke in deinem Bildausschnitt einzubeziehen. Markante Gebäude oder die Silhouette deiner Stadt geben deinem Foto eine Vielzahl von zusätzlichen Details. Achte jedoch darauf, das sich im Bereich deines Bildausschnittes keine hellen Lichtquellen wie zum Beispiel Straßenlaternen befinden. Durch die längeren Belichtungszeiten können diese störende Reflexionen im Bild erzeugen. Befindet sich eine Wasserfläche in der näheren Umgebung, dann versuche diese in deinem Bildausschnitt zu platzieren. Die sich im Wasser reflektierenden Effekte peppen dein Bild ungemein auf.

Der goldene Schnitt

Hast du dich für einen passenden Bildausschnitt entschieden, geht es auch schon an die Wahl der richtigen Perspektive. Oftmals reichen schon ein paar Schritte nach links, rechts, vorn oder hinten aus, um deine Perspektive um einiges spannender zu gestalten und den Blick des Betrachters länger auf deinem Bild zu halten.  Neben dem passenden Bildausschnitt und der richtigen Perspektive spielt es ebenfalls eine große Rolle, wie dein Bild wichtiges Element im Motiv aufgeteilt ist. Bei dieser Aufteilung und der Vereinigung von Bildausschnitt und Perspektive des Bildes spricht man vom sogenannten Goldenen Schnitt oder der Drittelregel.  Hierbei unterteile gedanklich die Breite und Höhe des Bildes mit je zwei Linien in jeweils drei Teile so dass du neun Felder erhältst. Positionierst du den Bereich auf den der Blick gelenkt werden soll nun auf den Kreuzungspunkten einer horizontalen und einer waagerechten Linie, erhältst du einen Bildausschnitt nach dem Prinzip des goldenen Schnittes. Wird der Blick des Betrachters deines Fotos auf diesen Punkt gelenkt, welcher im Goldenen Schnitt aufgeteilt ist, so wirkt das Anschauen des Bildes für ihn sehr angenehm.