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Cyanacrylat Kleber

Dies ist mein erstes Vorwort zu einem Thema im Bereich Grundlagen. Ich mußte bei dem Thema Cyanacrylat feststellen das man dieses nicht in ein paar Worten darstellen kann. Nichts desto trotz habe ich hier ein paar Begriffe aus der Chemie etwas näher unter die Lupe genommen. Man könnte diese Begriffe noch weiter zerlegen, da würde ich aber vorschlagen deswegen in einschlägiger Literatur nachzuschlagen. Hier ein Rat für die Leser die ein nicht so großes Verständnis für die Chemie haben, überspringt einfach die Kapitel Chemie und chemisch härtende Klebstoffe.

Die Geschichte von Cyanacrylat

Cyanacrylat wurde ursprünglich 1942 von der Firma Kodak für das US-Militär als transparente, unzerbrechliche Zieloptik für Panzer entwickelt. Da es jedoch zu diesem Zweck nicht taugte, kam 1958 der erste Sekundenkleber mit dem Namen Eastman #910 auf Basis der damals entwickelten Substanz heraus. Spezielle Ester der Cyanacrylsäure finden auch in der Medizin zum Wundverschluss statt des Nähens Anwendung. Durch die feucht-warmen Umgebungsbedingungen lösen sich diese Verklebungen langsam wieder auf. Seit 1998 ist in den USA Cyanacrylat auch zur Wundbehandlung freigegeben, da gerade Schnittwunden so schnell verklebt werden können.

Gefahren Hinweis

Auf jeder Packung Sekundenkleber wird als Warnung vermerkt, dass Haut und Augenlider sehr schnell verklebt werden können. Als Erste Hilfe bei Hautverklebungen wird empfohlen, mit warmen Seifenwasser und „stumpfen“ Gegenständen die Verklebung zu lösen. Der Vorteil von Cyanacrylat Klebstoff auf Haut ist, dass er sich mit der Zeit langsam von selbst löst. Beschleunigen läßt sich der Vorgang unter Zuhilfenahme von Aceton. Bedenken Sie dabei: Aceton trocknet die Haut stark aus und darf auf keinen Fall am Auge, Schleimhäuten oder offenen Wunden verwendet werden! Nach der Anwendung von Aceton die Haut gut eincremen.

Allgemein

Cyanacrylat-Klebstoffe sind im allgemeinen besser bekannt unter dem Begriff „Sekundenkleber“. Bevorzugte Substrate (Substrat=Schicht) sind Metalle, Glas oder Keramik, die einen extrem dünnen Klebespalt ermöglichen. Um etwas breitere Spalten zu füllen, wird durch Zusatzmittel die Viskosität angehoben. Verklebungen mit Cyanacrylat-Klebstoffen sind nicht feuchtigkeits- oder temperaturstabil, da unter diesen Bedingungen das Polymer wieder gespalten wird. Die Haltbarkeit der Verklebung ist dadurch eingeschränkt. Nach zwei bis drei Tagen kann die Verklebung spröde werden und leicht brechen. Außerdem lassen sich nur kleine Flächen richtig verkleben. Verbindungen des „Sekundenklebers“ lassen sich mit Hilfe von Aceton wieder lösen. Bitte achten Sie darauf das Aceton die Haut und andere Materialien angreift, vor allem Kunststoffe. Und wieder daran denken, daß nach Hautkontakt mit Aceton, die Hände gut eincremt werden.

Chemie

Dieser Part ist etwas für Profis, ich werde auch nicht tiefer in die Chemie eindringen, da es nicht so interessant für den Modellbau ist. Es handelt sich bei Cyanacrylat um dünnflüssige oder bewusst eingedickte Ester der Cyanacrylsäure, die in 1K-Form (1K = Eine Komponente) als Monomere in den Handel kommen und durch Polymerisationsreaktion im Fügespalt zum eigentlichen Klebstoffpolymer reagieren. Voraussetzung für den Start der Aushärtung ist das Vorhandensein polarer Gruppen, beispielsweise die OH-Ionen in der Feuchtigkeitsschicht an der Fügeteiloberfläche. Die Polymerisation läuft dann sehr schnell ab, so dass in Sekunden eine feste Verbindung hergestellt ist.

Chemisch härtende Klebstoffe

Cyanacrylat gehört zu den chemisch härtenden Klebstoffen, oft auch Reaktionsklebstoffe genannt. Die einzelnen chemischen Bausteine für den Klebstoff werden im richtigen Verhältnis in die Klebefuge eingebracht. Die Verfestigung erfolgt danach durch chemische Reaktion der Bausteine miteinander. Grundsätzlich unterscheidet man bei den Reaktionsklebstoffen zwischen zwei- (oder mehr-) komponentigen und ein-komponentigen Systemen (z.B. Cyanacrylat). Bei 1-Komponenten-Klebstoffen (1K-Klebstoffen) wird eine schon gebrauchsfähige Klebemasse in den Klebespalt gebracht. Der Klebstoff härtet dann durch Veränderung der Umgebungsbedingungen aus. Das kann beispielsweise durch Temperaturerhöhung, Zutritt von Luftfeuchtigkeit, Ausschluss von Luftsauerstoff oder Kontakt mit der Substratoberfläche geschehen.

Cyanacrylat

  • klebt
    • Gummi, Holz, Keramik, Kork, Kunstoffe(z.B. ABS, Polystyrol, PU, PVC), Leder, Metall, Pappe, Porzellan
  • klebt nicht
    • Polyethylen, Polypropylen, PTFE, Styropor, Synthetische Gewebe