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Einen Urheberrechtsvermerk erstellen / anmelden

Was ist eigentlich ein Urheberrechtsvermerk. Ihr habt Urheberrechtsvermerke vermutlich schon auf Büchern, Musikalben, Videos und Kunstwerken gesehen, welche alle durch das Urheberrecht geschützt werden können. Ein Urheberrechtsvermerk ist ein Hinweis, der auf ein Werk gesetzt wird, welches durch das Urheberrecht geschützt ist. In einem Urheberrechtsvermerk wird im Allgemeinen so etwas stehen wie „Copyright 2019 Hans Mustermann“. Der Urheberschutz existiert unmittelbar, wenn ihr ein Werk erschaffen habt, und erfordert keine Registrierung, um gültig zu sein. Wenn ihr zum Beispiel ein Gemälde abgeschlossen habt, habt ihr das Urheberrecht an diesem Gemälde. Dennoch kann es Vorteile haben, die Urheberschaft an einem Werk notariell beglaubigen oder anmelden zu lassen.

Was ist die Voraussetzung für ein Urheberrechtsvermerk

Grundsätzlich soll das Urheberrecht gemäß dem Gesetz „persönliche geistige Schöpfungen“ euer geistiges Eigentum schützen. Häufige Beispiele dafür sind Bühnenwerke, Schriftwerke, Werke der Musik und Kunstwerke wie Poesie, Romane, Filme, Lieder, Software, Fotografien, Gemälde und Architektur. Wenn ihr ein Originalwerk schafft, welches in die angeführten Kategorien passt, ist euer Werk durch das Urheberrecht geschützt.
Das Problem des Urheberrechts ist, das es nicht bloße Ideen schützt. Vielmehr muss die Idee in etwas Greifbarem verwirklicht werden. Wenn ihr zum Beispiel ein Lied geschaffen habt, musst ihr das Lied entweder aufnehmen, die Noten oder den Liedtext aufschreiben oder das Lied auf andere Weise irgendwo anders als in eurem Kopf existieren lassen, damit es geschützt sein kann.

Wie erstellt ihr ein Urheberrechtsvermerk?

Schritt 1 das Copyright

Ihr setzt einfach das passende Symbol in euer geistiges Eigentum. Dafür könnt ihr das Copyright-Zeichen © verwenden und das Copyright deutlich zu machen oder auf Deutsch auf das „Urheberrecht“ aufmerksam machen.
Auf Tonaufnahmen sieht man häufig auch den Buchstaben P in einem Kreis, der ebenfalls einen Urheberrechtsvermerk speziell für Musikwerke darstellt. In der Vergangenheit war es zum Beispiel in den USA notwendig, einen solchen Verweis zu verwenden, um ein Werk durch das Urheberrecht schützen zu lassen. Seit dem 1. März 1989 jedoch ist es nicht mehr zwingend notwendig, einen Vermerk auf irgendeinem persönlichen Werk zu machen, damit es unter das Urheberrecht fällt.
Nichtsdestotrotz ist es aus rechtlicher Sicht eine gute Idee, einen Urheberrechtsvermerk zu erstellen. Es kann zum Beispiel andere davon abschrecken, geistigen Diebstahl an eurem Werk zu begehen.

Copyright-Zeichen ©

Schritt 2 das Jahr

Gebt das Veröffentlichungsjahr an. Im Sinne des Urheberrechtes bezieht sich das Wort „Veröffentlichung“ auf das Jahr, in dem Exemplare oder Tonaufnahmen (in Form von CDs, Kassetten usw.) eures Werkes verbreitet wurden, sei es durch Verkauf oder andere Übertragung wie Miete, Pacht oder Ausleihe. Wenn euer Werk anderes urheberrechtlich geschütztes Material enthält, dann ist das Jahr, in dem die Zusammenstellung erstmals veröffentlicht wurde, ausreichend. Wenn das Werk unveröffentlicht ist, dann kannst du einen Urheberrechtsvermerk verwenden, der besagt: „Unveröffentlichtes Werk, Copyright 2019 Hans Mustermann“.

Schritt 3 der Name

Nachdem ihr das Copyright-Zeichen oder einen ähnlichen Begriff eingesetzt habt, gebt ihr den Namen der Person an, welche das Urheberrecht innehält. Ihr könnt auch den englischen Begriff Copyright oder die deutschen Ausdrücke „Urheberrechtshinweis“ oder „Alle Rechte vorbehalten“ verwenden, es sollte aber ein Begriff sein, der allgemein bekannt ist. Ihr könnt euren echten Namen oder einen Deck- oder Künstlernamen verwenden. Voraussetzung hierfür ist, dass ihr beweisen könnt das dieser zu euch gehört.
Unter Umständen könnte das Urheberrecht oder Teile davon auch ein Unternehmen innehaben. In diesem Fall könntet ihr den Namen des Unternehmens anstatt eures eigenen angeben.
Bei einer Tonaufnahme hat der Produzent häufig so großen Einfluss auf das Werk, dass er unter Umständen Ansprüche im Sinne des Urheberrechtes stellen kann. Auch er könnte im Urheberrechtshinweis oder auf dem Etikett oder dem Behältnis genannt werden.

Schritt 4 bringe einen Hinweis auf den Umfang deiner Rechte an

Nehmt einen Hinweis auf eure Rechte auf. Ihr könnt damit angeben, welche Rechte ihr für euch beansprucht. Hier ein paar Beispiele:
Ihr könntet schreiben „Alle Rechte vorbehalten“ oder „All Rights Reserved“, um auf eure Rechte hinzuweisen. Als Ergänzung könnte dort stehen, dass keine Kopien erstellt werden dürfen, dass euer Name als Urheber genannt wird und dass das Werk nicht entstellt werden darf.
Bei einer Creative Commons-Lizenz gilt dies nicht mehr, man könnte „Einige Rechte vorbehalten“ verwenden. Um alle Rechte abzugeben, könntest ihr „Keine Rechte vorbehalten“ verwenden.

Wie oder wo bringe ich den Urheberrechtshinweis an?

Ihr solltet ihn so platzieren, dass er einen vernünftigen Hinweis auf euer Recht als Urheber des Werkes darstellt. Er sollte nah am Werk und nicht verdeckt oder versteckt sein. Wenn ihr den Urheberrechtshinweis nicht direkt im Werk anbringen könnt, solltest ihr ihn auf einem Etikett anbringen, das im Handel mit dem Artikel weitergegeben wird. Wenn ihr einen Film oder ein audiovisuelles Werk verkauft, könnt ihr den Hinweis an einem dauerhaften Behältnis anbringen.
Man findet Urheberrechtshinweise oft in der Fußzeile einer Webseite, am Ende eines geschriebenen Musikstückes oder auf den ersten Seiten eines Buches. In einem Video könnte man einen Urheberrechtshinweis im Vor- oder Abspann oder zusammen mit dem Titel einbringen.

Tipps

Wenn ihr eine Webseite oder einen Blog besitzt, kann die Jahresangabe in eurem Urheberrechtshinweis die Form einer Spanne von Jahren annehmen. Wenn ihr zum Beispiel 2008 mit eurem Blog begonnen habt und seitdem jedes Jahr weiter Inhalte zu eurem Blog hinzufügt. Dann wird die Jahresangabe, welche in eurem Urheberrechtshinweis angegeben ist, von 2008 bis 2019 lauten.

Wichtiger Hinweis

Einen Urheberrechtshinweis an einem Werk anzuwenden, das ansonsten nicht dem Urheberrecht unterliegt, verleiht euch nicht den Schutz durch das Urheberrecht. Wenn ihr zum Beispiel Worte aus dem Roman eines anderen Autors abtippt und euren eigenen Urheberrechtshinweis unter diese Seiten setzt, erhaltet ihr keinen Schutz durch das Urheberrecht, denn seid nicht der Autor oder Urheber dieses Werkes.

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